Autor: dein WEIDEWETTER Team
Neele kennt Pferde von innen – als Designerin, Verhaltenstherapeutin und Futterberaterin. Luis kennt die Reitsportbranche von außen – und programmiert besser als er reitet. Gemeinsam bauen sie WEIDEWETTER, weil sie finden: die Gesundheit eines Pferdes darf nicht vom Geldbeutel seines Halters abhängen.
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Inhaltsverzeichnis
Kaum wird es warm, beginnt für viele Pferdebesitzer die bange Warterei: Wann fängt er wieder an zu scheuern? Das Sommerekzem ist eine der häufigsten und gleichzeitig frustrierendsten Erkrankungen beim Pferd – denn es ist nicht heilbar, kaum vorhersehbar und kostet Pferd und Mensch jedes Jahr aufs Neue viel Nerven. Dabei wird es von vielen noch immer falsch verstanden: als harmlose Allergie, die man irgendwie aussitzen kann.
Das Gegenteil ist der Fall. Wer das Sommerekzem kennt, kann handeln – früh, konsequent und wirksam. Dieser Artikel erklärt, was wirklich dahintersteckt, welche Pferde besonders gefährdet sind und was euch durch den Sommer bringt.
Was ist das Sommerekzem überhaupt?
Das Sommerekzem – medizinisch als Insektenstich-Hypersensitivität bezeichnet – ist eine chronisch-allergische Hauterkrankung. Der Auslöser: der Speichel von Gnitzen, winzigen Mücken aus der Familie der Bartmücken, die gerade mal ein bis drei Millimeter groß sind und mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Bei empfindlichen Pferden reagiert das Immunsystem auf bestimmte Proteine in diesem Speichel massiv über – mit extremem Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall.
Wichtig zu verstehen: Das Pferd ist nicht krank im klassischen Sinne. Es hat eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit, die sich mit jeder Saison weiter einprägt. Das bedeutet auch: Je früher der Schutz greift, desto besser. Denn jeder Stich, der eine Reaktion auslöst, sensibilisiert das Immunsystem weiter – ein Teufelskreis, der sich über Jahre verschlimmern kann.
So erkennt ihr das Sommerekzem – typische Symptome
Die Symptome sind oft unverkennbar, werden aber gerade zu Beginn gerne mit anderen Hautproblemen verwechselt. Achtet besonders auf folgende Anzeichen:
- Intensives Scheuern – an Mähne, Schweifansatz, Bauch, Ohren und Stirn
- Haarausfall und kahle Stellen, oft mit verkrusteter oder wunder Haut darunter
- Verdickte, faltige oder schuppige Haut an den betroffenen Stellen
- Unruhe, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme beim Reiten
- Im fortgeschrittenen Stadium: offene Wunden durch Scheuern
Typischerweise beginnen die Symptome im Frühjahr, wenn die Gnitzen aktiv werden, und verschwinden mit dem ersten Frost im Herbst. Jedes Jahr startet der Kreislauf von vorne – meist etwas früher und etwas heftiger als im Jahr zuvor.
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Welche Pferde sind besonders gefährdet?
Das Sommerekzem hat eine klare genetische Komponente. Bestimmte Rassen sind deutlich häufiger betroffen als andere – allen voran Isländer, Tinker, Friesen und andere Ponyrassen. Aber auch Warmblüter können erkranken. Hat ein Elternteil das Ekzem, steigt das Risiko für die Nachkommen deutlich.
Ein weiterer Risikofaktor: der Standort. Pferde, die in der Nähe von Gewässern, Sümpfen oder feuchten Wiesen gehalten werden, sind deutlich stärker betroffen – denn Gnitzen lieben feuchte, windstille Lagen und sind dort in besonders hoher Zahl aktiv. Isländer, die in ihrer Heimat kaum Gnitzen kennen, entwickeln das Ekzem oft erst nach einem Wechsel nach Mitteleuropa – und können dann nicht mehr zurückgeführt werden, ohne die Erkrankung zu verschlimmern.
Was wirklich hilft – Schutz und Behandlung im Überblick
Eine Heilung gibt es nicht. Das Ziel ist konsequenter Schutz vor Gnitzenstichen – je lückenloser, desto besser. Die folgenden Maßnahmen haben sich in der Praxis bewährt:
- Stallhaltung in der Dämmerung
Gnitzen sind dämmerungsaktiv – kurz nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang sind sie am aggressivsten. Ekzemer-Pferde müssen in dieser Zeit zwingend im Stall stehen. Das ist die wichtigste und wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.
- Ekzemerdecke – aber die richtige
Eine gute Ekzemerdecke bedeckt nicht nur den Rücken – sie schützt auch Bauch, Hals, Kopf und Ohren. Achtet auf enges Mesh-Gewebe, das Gnitzen nicht durchlässt, und auf guten Sitz ohne Scheuerstellen. Günstige Decken mit weitem Gittergewebe sind oft wirkungslos.
- Repellents gezielt einsetzen
Repellents auf Permethrin-Basis wirken gegen Gnitzen besser als viele andere Wirkstoffe. Sie müssen regelmäßig – je nach Produkt täglich oder alle zwei Tage – erneuert werden, besonders an exponierten Stellen wie Ohren, Bauch und Mähnenkamm. Kein Repellent schützt allein, aber in Kombination mit Decke und Stallhaltung erhöht es den Schutz deutlich.
- Stallmanagement optimieren
Engmaschige Fliegenvorhänge an allen Stalltüren und -fenstern halten Gnitzen draußen. Ventilatoren im Stall sind ebenfalls wirksam – Gnitzen fliegen schlecht bei Luftbewegung. Stehende Wasserstellen in Stallnähe sollten konsequent beseitigt werden.
- Tierärztliche Unterstützung
In schweren Fällen kann der Tierarzt mit Antihistaminika oder Kortison akut helfen. Eine vielversprechende, aber aufwändige Option ist die Hyposensibilisierung – eine Art Immuntherapie, bei der das Pferd schrittweise an den Auslöser gewöhnt wird. Sie erfordert Geduld, kann aber bei konsequenter Durchführung langfristig die Überreaktion des Immunsystems abschwächen.
Die häufigsten Fehler beim Umgang mit Ekzemer-Pferden
Viele gut gemeinte Maßnahmen greifen leider zu kurz. Diese Fehler passieren am häufigsten:
- Zu spät anfangen: Der Schutz muss vor der ersten Gnitzenaktivität im Frühjahr greifen – nicht erst, wenn das Scheuern beginnt.
- Decke ohne Bauch- und Kopfschutz: Gnitzen nutzen jede ungeschützte Stelle. Halbe Lösungen bringen halben Schutz.
- Nur auf ein Mittel setzen: Weder Repellent allein noch Decke allein reicht. Nur die Kombination aller Maßnahmen wirkt zuverlässig.
- Nachtweide trotz Ekzem: Gerade nachts und in der Dämmerung sind Gnitzen am aktivsten. Nachtweide ist für Ekzemer-Pferde keine Option.
- Abwarten statt handeln: Jeder ungeschützte Stich verschlimmert die Sensibilisierung für die nächste Saison.
Vorsprung durch Information: Die Insekten-Ampel in der Weidewetter-App
Wer ein Ekzemer-Pferd hat, weiß: Timing ist alles. Genau hier hilft die kostenlose Weidewetter-App mit ihrer Insekten-Ampel. Sie zeigt euch täglich, welche Insekten in eurer Region gerade aktiv sind – und wie hoch die Belastung aktuell ist. Für Ekzemer-Pferde bedeutet das: Ihr seht auf einen Blick, wann die Gnitzen-Belastung steigt und könnt euren Schutzplan entsprechend anpassen.
Statt also jeden Abend zu rätseln, ob heute die Decke reicht oder ob das Pferd lieber im Stall bleibt, liefert die App eine klare Einschätzung – abgestimmt auf das aktuelle Wetter und euren Standort. Gerade im Frühjahr, wenn die Gnitzen-Saison beginnt, ist diese Frühwarnung Gold wert: Wer eine Woche früher schützt als nötig, verhindert die erste Sensibilisierung der Saison.
Die Weidewetter-App ist kostenlos – einfach herunterladen und informiert in den Tag starten.
Fazit: Das Sommerekzem ist kein Schicksal
Das Sommerekzem ist nicht heilbar – aber es ist beherrschbar. Wer früh anfängt, konsequent schützt und die richtigen Maßnahmen kombiniert, kann seinem Pferd einen weitgehend beschwerdefreien Sommer ermöglichen. Das erfordert Disziplin, kostet Geld und manchmal auch Nerven. Aber es lohnt sich – für euer Pferd und für euch.
Die wichtigste Regel bleibt: Nicht warten, bis das Scheuern beginnt. Dann ist die Saison schon verloren.

Sommerekzem beim Pferd: Was steckt wirklich dahinter – und was hilft wirklich?
Kaum wird es warm, beginnt für viele Pferdebesitzer die bange Warterei: Wann fängt er wieder an zu scheuern? Das Sommerekzem ist eine der häufigsten und gleichzeitig frustrierendsten Erkrankungen beim Pferd – denn es ist nicht heilbar, kaum vorhersehbar und kostet Pferd und Mensch jedes Jahr aufs Neue viel Nerven. Dabei wird es von vielen noch immer falsch verstanden: als harmlose Allergie, die man irgendwie aussitzen kann.

Die nervigsten Insekten für Pferde – und wie ihr sie bekämpft
Im Sommer sind Insekten und Pferde ein kaum trennbares Thema. Die Nerven sind dünn und die Fliegenmasken jucken. Wir haben einmal ein Ranking der nervigsten Plagegeister im Stall, auf der Weide und auf dem Ausritt erstellt. Wir staffeln sie nicht nur, sondern geben euch auch hilfreiche Tipps, wie ihr Stiche oder Bisse verhindern könnt. Von der lästigen Stechmücke bis zur heimtückischen Dasselfliege – hier sind die acht größten Insekten-Feinde eurer Pferde im Überblick.

Über das Gründerteam der WEIDEWETTER App
Eine Idee. Sechs Wochen. Über 100 Nutzer vor dem ersten Messeauftritt. Was auf der Pferd Bodensee 2026 als spontane Idee begann, wurde in kürzester Zeit zu einer App, die Pferdehalter in ganz Deutschland nutzen – bevor wir überhaupt Werbung gemacht hatten.