Autor: dein WEIDEWETTER Team
Neele kennt Pferde von innen – als Designerin, Verhaltenstherapeutin und Futterberaterin. Luis kennt die Reitsportbranche von außen – und programmiert besser als er reitet. Gemeinsam bauen sie WEIDEWETTER, weil sie finden: die Gesundheit eines Pferdes darf nicht vom Geldbeutel seines Halters abhängen.
@weidewetter
Was wissen wir wirklich über Weide-Hufrehe?
Lange Zeit galt Fruktan – ein im Gras gespeicherter Zucker – als der Hauptschuldige hinter ernährungsbedingter Hufrehe. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Die aktuelle Wissenschaft zeigt: Nicht Fruktan selbst, sondern einfache lösliche Kohlenhydrate (ESC – Ethanol Soluble Carbohydrates) sind der entscheidende Auslöser. Sie lösen im Dünndarm einen Insulin-Spike aus, der bei prädisponierten Pferden das Lamellengewebe im Huf schädigt. Fruktan hingegen – vor allem die langkettigen Formen – wird im Dickdarm fermentiert und kann zwar in extremen Mengen Probleme verursachen, spielt im normalen Weidegeschehen aber eine untergeordnete Rolle. Grundlegend beschrieben wurde dieser Zusammenhang von Longland & Byrd (2006); bestätigt und vertieft wurde er zuletzt durch Barnabé et al. (Equine Veterinary Journal, 2025) vom Royal Veterinary College, die zeigten, dass Weidegang eine Insulin-Dysregulation auslösen kann – selbst unabhängig von Übergewicht. Etwa 90 % aller Weide-Hufrehe-Fälle gehen heute auf diese sogenannte endokrinopathische Hufrehe zurück.
Für Pferdehalter ändert das wenig an der praktischen Konsequenz – aber alles am Verständnis: Es geht nicht darum, „Fruktan zu meiden”, sondern den Zuckergehalt im Gras insgesamt so niedrig wie möglich zu halten.
Warum schwankt der Zuckergehalt im Gras so stark?
Das Heimtückische: Die ESC-Konzentration im Gras kann sich binnen weniger Stunden drastisch verändern – abhängig vom aktuellen Wetter und der Jahreszeit. Ein Weidegang am Morgen kann für das Pferd ein erhebliches Rehe-Risiko darstellen, während sich die Lage zum Abend deutlich entspannt hat. Kälte, Sonnenstrahlung, Trockenstress und Tageszeit sind die entscheidenden Faktoren: Wenn das Gras bei Frost und Sonnenschein nicht wachsen kann, die Photosynthese aber weiterläuft, stauen sich die Zucker in der Pflanze – das Risiko steigt.
Um das Rehe-Risiko zu reduzieren, gibt es drei Strategien:
- Kein Weidegang für das Pferd
- Den Zuckergehalt im Gras grob abschätzen und das Pferd entsprechend auf die Weide stellen
- Die WeideWetter-App nutzen und täglich das Zeitfenster mit der niedrigsten Zuckergefahr – genau für den Standort des Pferdes – direkt aufs Smartphone erhalten
Wie erkenne ich eine Huf-Rehe?
Eine Hufrehe (Fachbegriff: Laminitis) ist eine entzündliche Ablösung der Huflederhaut – der Verbindung zwischen Hornkapsel und Hufbein. Diese Entzündung ist für Pferde sehr schmerzhaft. Im schlimmsten Fall kann die Ablösung so weit fortschreiten, dass nur noch die Euthanasie als letzter Ausweg bleibt. Bis dahin treten jedoch eindeutige Symptome auf, die je nach Ausprägung und Stadium der Erkrankung variieren können.
6 akute Symptome einer Hufrehe
- Starke, plötzliche Lahmheit mit einhergehender Fühligkeit
- Warme, temperierte Hufe
- Verhaltensänderungen: verminderter Appetit, Schmerzverhalten, Schmerzgesicht
- Positive Hufzangenprobe mit starker Schmerzreaktion
- Pochende Pulsation an den Fesselarterien
- „Sägebockstellung” – Gewichtsverlagerung auf die Trachten, Vorderbeine werden nach vorne gestreckt
Immer informiert - mit der Weidewetter App.
Basierend auf echtzeit Wetterdaten Deines Standorts berechnet die Weidewetter App das aktuelle Weide-Risiko und warnt dich, wenn es Wettermeldungen gibt. Und das völlig kostenlos und ohne Anmeldung!
- Standortbasierte Analyse
- Stundengenaue Vorhersage
- 7 Tage Vorschau & Trend
- Echtzeit Wetterdaten
- Ampel Warner + Statistik

Über das Gründerteam der WEIDEWETTER App
Eine Idee. Sechs Wochen. Über 100 Nutzer vor dem ersten Messeauftritt. Was auf der Pferd Bodensee 2026 als spontane Idee begann, wurde in kürzester Zeit zu einer App, die Pferdehalter in ganz Deutschland nutzen – bevor wir überhaupt Werbung gemacht hatten.

„Hufrehe ist nicht gleich Hufrehe” — eine Tierärztin erklärt
Hufrehe ist nicht gleich Hufrehe — das weiß ich nicht nur aus dem Studium, sondern auch aus meiner tierärztlichen Tätigkeit und eigener, schmerzlicher Erfahrung. Welche Pferde besonders gefährdet sind, woran du es erkennst und welche Rolle Gras dabei spielt: hier kommt alles, was du wissen musst.

Fruktan, ESC & Hufrehe: Warum Gras Pferde krank machen kann
Saftige Weide, glückliches Pferd – das Bild klingt idyllisch. Doch unsichtbare Zucker im Gras können binnen Stunden zur ernsthaften Bedrohung werden. Wer seinen Vierbeiner schützen will, muss verstehen, wie sie wirken – und wann sie gefährlich werden.