Fruktane & Hufrehe: Warum Gras Pferde krank machen kann

Saftige Weide, glückliches Pferd – das Bild klingt idyllisch. Doch ein unsichtbarer Stoff im Gras kann binnen Stunden zur ernsthaften Bedrohung werden: Fruktan. Wer seinen Vierbeiner schützen will, muss verstehen, wie er wirkt – und wann er gefährlich wird.

Autor: dein WEIDEWETTER Team

Neele kennt Pferde von innen – als Designerin, Verhaltenstherapeutin und Futterberaterin. Luis kennt die Reitsportbranche von außen – und programmiert besser als er reitet. Gemeinsam bauen sie WEIDEWETTER, weil sie finden: die Gesundheit eines Pferdes darf nicht vom Geldbeutel seines Halters abhängen.

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Warum ist Fruktan so gefährlich?

Viele Jahrzehnte lang ging die Forschung davon aus, dass Proteine eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Huf-Rehe spielen. Inzwischen hat die Forschung gezeigt, dass das im Gras in stark variierenden Konzentrationen enthaltene Fruktan ein wesentlicher Auslöser ist.

Das Heimtückische an Fruktan: Die Konzentration kann sich binnen weniger Stunden um bis zum 200-Fachen verändern – abhängig vom aktuellen Wetter und der Jahreszeit. Ein Weidegang am Morgen kann für das Pferd ein extremes Rehe-Risiko darstellen, während sich die Lage zum Nachmittag so weit entspannen kann, dass das Risiko um das 200-Fache sinkt.

Um das Rehe-Risiko zu reduzieren, gibt es drei Strategien:

  1. Kein Weidegang für das Pferd
  2. Fruktan-Konzentration grob abschätzen und das Pferd entsprechend auf die Weide stellen
  3. Die WeideWetter-App nutzen und täglich das Zeitfenster mit der niedrigsten Fruktan-Gefahr – genau für den Standort des Pferdes – direkt aufs Smartphone erhalten

 

Wie erkenne ich eine Huf-Rehe?

Eine Hufrehe (Fachbegriff: Laminitis) ist eine entzündliche Ablösung der Huflederhaut – der Verbindung zwischen Hornkapsel und Hufbein. Diese nicht durch Bakterien ausgelöste Entzündung ist für Pferde sehr schmerzhaft. Im schlimmsten Fall kann die Ablösung so weit fortschreiten, dass nur noch die Euthanasie als letzter Ausweg bleibt. Bis dahin treten jedoch eindeutige Symptome auf, die je nach Ausprägung und Stadium der Erkrankung variieren können.

 

6 akute Symptome einer Hufrehe

  1. Starke, plötzliche Lahmheit mit einhergehender Fühligkeit
  2. Warme, temperierte Hufe
  3. Verhaltensänderungen: verminderter Appetit, Schmerzverhalten, Schmerzgesicht
  4. Positive Hufzangenprobe mit starker Schmerzreaktion
  5. Pochende Pulsation an den Fesselarterien
  6. „Sägebockstellung” – Gewichtsverlagerung auf die Trachten, Vorderbeine werden nach vorne gestreckt

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