Autor: dein WEIDEWETTER Team
Neele kennt Pferde von innen – als Designerin, Verhaltenstherapeutin und Futterberaterin. Luis kennt die Reitsportbranche von außen – und programmiert besser als er reitet. Gemeinsam bauen sie WEIDEWETTER, weil sie finden: die Gesundheit eines Pferdes darf nicht vom Geldbeutel seines Halters abhängen.
@weidewetter
Inhaltsverzeichnis
Anzeige
Durch Werbung bleibt die App kostenlos.
Sammelbegriff vs. Erkrankung
Das Tückische: Kolik ist kein eindeutiges Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für Bauchschmerzen beim Pferd – mit sehr unterschiedlichen Ursachen und sehr unterschiedlichem Verlauf. Manche Koliken lösen sich von selbst, andere erfordern innerhalb von Stunden eine Operation. Entscheidend ist deshalb: früh erkennen, richtig einschätzen, schnell handeln. Diese 7 Warnsignale solltet ihr kennen.
Warum steigt das Kolikrisiko im Sommer?
Im Sommer verändern sich viele Faktoren gleichzeitig, die sich direkt auf die Darmgesundheit des Pferdes auswirken. Das Gras auf der Weide ist oft üppig, wasserreich und zuckerhaltig – eine Umstellung, die der Darm nur langsam verarbeiten kann. Gleichzeitig schwitzen Pferde bei Hitze stark und trinken manchmal weniger als sie sollten, was zur Eindickung des Darminhaltes und damit zu Verstopfungskoliken führen kann.
Hinzu kommt der Stress durch Insekten: Ein Pferd, das stundenlang scharrt, stampft und sich dreht, um Bremsen und Fliegen loszuwerden, bewegt sich anders als normal – und kann dadurch Darmverlagerungen begünstigen. Auch plötzliche Futterwechsel, lange Transportwege bei Hitze oder ungewohnte Weidezeiten erhöhen das Risiko.
Die 7 Warnsignale – das müsst ihr wissen
Nicht jedes Warnsignal bedeutet sofort Notfall – aber jedes bedeutet: hinschauen, beobachten, im Zweifel den Tierarzt anrufen. Hier sind die sieben wichtigsten Zeichen, die auf eine Kolik hinweisen können:
1. Das Pferd frisst nicht
Pferde fressen fast ununterbrochen – das ist ihre Natur. Verweigert euer Pferd plötzlich Heu, Gras oder Kraftfutter, ist das ein erstes und ernstes Warnsignal. Bauchschmerzen nehmen den Appetit – genau wie beim Menschen. Wer sein Pferd gut kennt, merkt diese Veränderung oft schon, bevor andere Symptome sichtbar werden. Kein Fressen bedeutet: sofort beobachten.
Immer informiert - mit der Weidewetter App.
Basierend auf echtzeit Wetterdaten Deines Standorts berechnet die Weidewetter App das aktuelle Weide-Risiko und warnt dich, wenn es Wettermeldungen gibt. Und das völlig kostenlos und ohne Anmeldung!
- Standortbasierte Analyse
- Stundengenaue Vorhersage
- 7 Tage Vorschau & Trend
- Echtzeit Wetterdaten
- Ampel Warner + Statistik
2. Unruhe und ständiges Scharren
Ein Pferd, das immer wieder scharrt, unruhig von einer Seite auf die andere tritt oder ständig seinen Kopf zum Bauch dreht, signalisiert Unbehagen. Dieses Verhalten wird oft mit Insektenstress verwechselt – der entscheidende Unterschied: Bei Kolik hört das Scharren auch dann nicht auf, wenn keine Fliegen in der Nähe sind. Beobachtet das Muster genau.
3. Das Pferd wälzt sich oder versucht es
Wälzen gehört zum normalen Pferdeverhalten – aber kolikbedingtes Wälzen sieht anders aus. Das Pferd geht abrupt zu Boden, wälzt sich heftig und wiederholt, steht auf, dreht sich im Kreis und legt sich wieder hin. Manchmal versucht es sich zu wälzen, schafft es aber nicht richtig. Dieses Verhalten ist ein klares Warnsignal und erfordert sofortiges Handeln – vor allem weil starkes Wälzen das Risiko einer Darmverlagerung erhöht.
Anzeige
Durch Werbung bleibt die App kostenlos.
4. Erhöhte Herzfrequenz
Der Puls eines gesunden Pferdes liegt in Ruhe zwischen 28 und 44 Schlägen pro Minute. Alles darüber ist ein Zeichen dafür, dass der Körper unter Stress steht. Bei einer Kolik steigt die Herzfrequenz oft deutlich an – je höher, desto ernster ist die Lage. Legt ihr regelmäßig Hand an euer Pferd und kennt seinen Ruhe-Puls, erkennt ihr eine Abweichung schnell. Ein einfaches Stethoskop gehört in jede Stallausrüstung.
5. Kein oder veränderter Kotabsatz
Ein Pferd produziert täglich große Mengen Kot – bleibt dieser aus oder verändert sich deutlich in Konsistenz und Menge, stimmt etwas nicht. Sehr harter, trockener Kot kann auf eine Verstopfungskolik hinweisen, sehr flüssiger Kot auf eine Darmreizung. Wer die Box regelmäßig ausmistet, kennt den Rhythmus seines Pferdes und merkt Veränderungen sofort.
6. Aufgetriebener oder harter Bauch
Fühlt sich der Bauch eures Pferdes ungewohnt prall, hart oder aufgebläht an, kann das auf eine Gaskolik oder eine Verstopfung hinweisen. Besonders der rechte Flankenbereich – dort liegt der Blinddarm – kann sich bei starker Gasansammlung sichtbar vorwölben. Klopft ihr sanft mit den Knöcheln dagegen und hört einen hohlen, trommelartigen Klang, ist Vorsicht geboten.
7. Schwitzen ohne Anstrengung
Im Sommer schwitzen Pferde – das ist normal. Aber ein Pferd, das in Ruhe, im Schatten oder nachts stark schwitzt, ohne sich körperlich angestrengt zu haben, sendet ein Alarmsignal. Schwitzen ist eine Stressreaktion des Körpers auf Schmerz. Kalter Schweiß, besonders rund um Hals und Schultern, ist in Kombination mit anderen Symptomen ein Zeichen dafür, dass die Kolik ernsthafter sein könnte.
Was tun, wenn Du ein Warnsignal bemerkst?
Bei Kolik-Verdacht gilt eine klare Reihenfolge:
- Ruhe bewahren – euer Pferd spürt eure Anspannung.
- Futter wegnehmen – kein Heu, kein Gras, kein Kraftfutter bis zur Abklärung.
- Vitalwerte messen – Puls, Atemfrequenz, Schleimhautfarbe (rosé = gut, blass/grau = Alarm).
- Leicht in Bewegung halten – kurze Schritte können leichte Gaskoliken lösen, aber: kein Longieren, kein Reiten.
- Tierarzt anrufen – auch wenn ihr unsicher seid. Lieber einmal zu oft angerufen als zu spät.
- Nicht selbst medikamentieren – Schmerzmittel ohne Diagnose können Symptome überdecken und die Lage verschlimmern.
Kolik vorbeugen – so schützt ihr euer Pferd im Sommer
Nicht jede Kolik lässt sich verhindern – aber viele schon. Diese Maßnahmen haben im Sommer besonders großen Einfluss:
- Immer frisches Wasser zur Verfügung stellen – bei Hitze kann der Bedarf auf 60 Liter und mehr pro Tag steigen.
- Weidegang langsam aufbauen – besonders nach dem Winter oder nach längeren Stallphasen.
- Futterwechsel grundsätzlich über mehrere Wochen einschleichen, nie abrupt.
- Regelmäßige Entwurmung nach Resistenztest – Parasiten sind eine häufige Kolikursache.
- Zähne kontrollieren lassen – schlechte Kauflächen führen zu unzureichend zerkauter Nahrung.
- Insektenstress reduzieren – ein Pferd, das ständig flieht und sich dreht, ist auch Kolikkandidat.
Viele Kolikrisiken hängen direkt mit dem Wetter zusammen – und das Wetter ändert sich täglich. Genau hier hilft die kostenlose Weidewetter-App: Sie zeigt euch nicht nur das aktuelle Wetter für euren Standort, sondern auch die Insektenbelastung über die Insekten-Ampel. Denn wie oben beschrieben: Starker Insektenstress erhöht das Kolikrisiko. Wer weiß, dass heute hohe Bremsen- oder Fliegenbelastung herrscht, kann gezielt gegensteuern – Repellents auftragen, Weidezeiten anpassen, das Pferd früher in den Stall holen.
Fazit: Kolik erkennt man mit Augen und Bauchgefühl
Kein Tierarzt der Welt kann euer Pferd so gut beobachten wie ihr es täglich tut. Wer sein Pferd kennt – seinen Rhythmus, sein Fressverhalten, seine Körpersprache – erkennt eine Veränderung oft bevor sie zum Problem wird. Die 7 Warnsignale in diesem Artikel sind euer Werkzeug dafür.
Das Wichtigste: Im Zweifel immer den Tierarzt anrufen. Eine Kolik, die früh erkannt wird, ist fast immer behandelbar. Eine Kolik, die zu lange ignoriert wird, kann es nicht mehr sein.

Kolik im Sommer: Diese 7 Warnsignale solltet ihr kennen
Es gibt kaum etwas, das Pferdebesitzer mehr in Angst versetzt als das Wort Kolik. Und das zurecht: Kolik ist die häufigste Todesursache beim Pferd – und der Sommer ist die Jahreszeit, in der das Risiko besonders hoch ist. Hitze, veränderte Trinkmenge, saftig-feuchtes Gras, Stress durch Insekten – all das kann den empfindlichen Darm des Pferdes aus dem Gleichgewicht bringen.

Trockenheit und Hitze: Auswirkungen auf Zuckerwerte im Weidegras
Das ist eine wichtige Frage, besonders für Pferdehalter mit Hufrehe-gefährdeten Pferden. Die Zusammenhänge sind etwas komplexer, als man zunächst denkt. Erstmal ist wichtig zu verstehen, dass es einen Unterschied zwischen Photosynthese und Wachstum gibt.

ESC und Fruktan im Hochsommer: Warum euer Pferd auch bei sattem Grün gefährdet ist
Üppig grüne Weiden, warme Sommertage – das wirkt nach perfekten Bedingungen. Doch auch im Hochsommer steigen die Zuckerwerte im Gras oft unbemerkt an und belasten Stoffwechsel und Hufe eures Pferdes. Zwei Begriffe sind dabei entscheidend: ESC und Fruktan – beide stecken im Gras, wirken im Pferd aber unterschiedlich.